Weihnachten in Malta feiern

In diesem Artikel soll geklärt werden, wie die Malteser ihr Weihnachtsfest feiern.

Die meteorologischen Vorraussetzungen sind durchaus andere als in Deutschland. Wenn man weiß, dass Malta zwischen Tunesien und Sizilien liegt, kann man sich denken, dass Malta nicht wirklich in Berührung mit Schnee kommt. Da die 10° Grad Grenze fast nie unterschritten wird, ist Weiße Weihnachten daher unmöglich. Auch Lebkuchen und Christstollen gibt es in Malta eher selten bis gar nicht. Sind die Malteser dadurch weniger in Weihnachtsstimmung als wir?

Von wegen! Die Malteser lieben das Weihnachtsfest! Erstes überzeugendes Indiz dafür ist die massive Straßenbeleuchtung, nahezu überall sind helle Weihnachtssymbole entlang der Straßen und auch innerhalb der netten Passagen in den Städten zu finden. In der Hauptstadt Valletta ertönt auf den Straßen einstimmende Weihnachtsmusik. Weihnachtsbäume stehen an jeder Ecke. Selbst in Lebensmittelläden wie Lidl oder Scotts reiht sich der Christbaum an Tiefkühlpizzen und Butter. Die Kassiererinnen schließen sich dem an und tragen meistens Weihnachtsmützen.

Da in Malta rund 98% Menschen mit römisch-katholischer Konfession leben, spielt die Kirche natürlich eine große Rolle. 365 Kirchen, also im Prinzip für jeden Jahrestag eine Kirche, verstreuen sich über das Land und laufen in der Weihnachtszeit zur Höchstform auf. So wird die ohnehin schon imposante Innenausstattung der Kirche aufwendig geschmückt und in einem festlichen rot dekoriert. Ähnlich wie bei uns in Deutschland ist auch in Malta die Krippe das Symbol des Weihnachtsfestes. Allerdings sind diese oftmals aufwendiger gestaltet.

Während der Weihnachtszeit in Malta gibt es demzufolge auch zahlreiche Messen. Es wird viel gesungen. Auch Prozessionen sind sehr beliebt und finden regelmäßig statt. Die bekannteste Kirche in Malta, die St. John’s Co-Cathredal, in der Hauptstadt Valetta bietet ganz besondere Messen im weihnachtlichen Kerzenschein. Ebenso berühmt für die maltesische Hauptstadt sind die Christmas-Pantomimen im Manoel Theater.

Der Heilige Abend in Malta beginnt mit einer feierliche Prozession durch die Gassen und Straßen der jeweiligen Stadt. Es werden bekannte Weihnachtslieder gesungen und in erster Reihe wird das Jesuskind durch die Straßen begleitet. Anschließend begeben sich die Malteser in die Kirche, wo in alter Tradition Kinder die Weihnachtsgeschichte vorlesen. Natürlich wird auch hier gesungen und gebetet. Nachdem man einander ein frohes Weihnachtsfest gewünscht hat, begeben sich die meisten Malteser zum Dinieren nach Hause oder in ein Restaurant. Ähnlich wie die Briten oder Amerikaner verzehren die Malteser an Weihnachten zumeist einen Truthahn oder die maltesische Variante mit einer Timpana (überbackene Nudeln) als Beilage. Im Gegensatz zu uns in Deutschland ist hier lediglich der erste Weihnachtstag ein gesetzlicher Feiertag, nicht aber der Zweite.

Es fällt also auf, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt zu unseren kulturellen Vorstellungen von Weihnachten. Im Gesamtpaket betrachtet kann es sogar sein, dass die Malteser noch ein bisschen üppiger feiern, als wir in Deutschland. Auf jeden Fall wissen beide Nationen dieses besondere Fest zu würdigen. Abenteuerlustige, die mal ein anderes Weihnachtsfest außerhalb des trauten Heims erleben wollen, sind in Malta zur Weihnachtszeit sicherlich perfekt aufgehoben. Nahezu dieselben Traditionen in Kombination mit milden Temperaturen, Nähe zum Meer und einer Familienzusammenkunft auf der sonnigen Terrasse am Heiligabend, das hätte doch was oder? In diesem Sinne frohe Weihnachten!