6 Besonderheiten Gozos, der Nachbarinsel Maltas

Kaum auf Gozo in Malta angekommen, fühlt man sich schlagartig in der Zeit zurückversetzt.

Die kleine Nachbarinsel von Malta ist deutlich ruhiger und hat eine beindruckende raue Küste und grüne Landschaft. Der Lebensrhythmus auf Gozo wird von den Jahreszeiten, dem Fischfang und der Agrokultur bestimmt. Ein Mythos besagt, dass Gozo Calypso's Insel, Homers Odyssee verkörpert. Gozos Charme der Insel, die etwas altertümliches verkörpert, sahen die Gozianer vor einigen Jahren bedroht. Die Regierung hatte japanische Ingenieure damit beauftragt, eine Machbarkeitsstudie über einen Brückenbau zu erstellen, der Gozo mit Malta direkt verbinden sollte. Die japanischen Ingenieure kamen zu dem Ergebnis, dass der Brückenbau technisch machbar ist. Die Idee wurde letztendlich aus Kostengründen verworfen und die bestehende Fährverbindung wurde ausgebaut. Aber auch ohne diese transkontinentale Brücke bietet Gozo viele Sehenswürdigkeiten.

Cittadella

Die Sehenswürdigkeiten in Gozo

Die Skyline der bebauten Landstriche Gozos wird von Kirchen dominiert. Die Bistumskirche Gozos und Cominos, die Kathedrale Maria Himmelfahrt ist in der Hauptstadt Victoria zu finden. Die barocke Kathedrale wurde zwischen 1697 und 1711 in der Form eines Lateinischen Kreuzes errichtet. Die Kirche ist im Innenraum mit Statuen und Gemälden geschmückt. Eine weitere Sehenswürdigkeit in Gozo ist Xewkjia, die Kirche, die „St. John the Baptist“ gewidmet wurde. Deren Kuppel ist höher, als die des berühmten Doms in Mosta, Malta. Gozo hat für seine Einwohnerzahl (31.000) ausgesprochen viele prachtvolle Kirchen, was besonders an der Ta’ Pinu Basilica deutlich wird, sie zählt zu den Pilgerkirchen des maltesischen Archipels. Die Wallfahrtskirche befindet sich einige Kilometer westlich der Hauptstadt. Errichtet wurde die Basilika im Jahre 1920, neben einer Kapelle, in der eine Bewohnerin Gozos, Carmela Grima, im Jahre 1883 eine Unterhaltung mit der Heiligen Jungfrau Maria führte. Der Geschichte nach ging Carmela Grima am 22. Juni 1883 an der Kapelle vorbei, als sie plötzlich die Stimme einer Frau aus der Kapelle hörte, die sagte:“komm, komm.“ Seit diesem Zeitpunkt wird Ta’ Pinu eine besondere Bedeutung auf Gozo und in der Kirchenwelt zu gemessen. Im Mai 1990 besuchte Papst John Paul II die Ta’ Pinu Basilika und sprach seinen Segen aus.

Ta' Pinu Basilika

Türme und Befestigungsanlagen sind auf Gozo bei weitem nicht so zahlreich vorhanden wie auf der Hauptinsel Malta. An der Westküste in Dwejra, steht der „Dwejra Tower“ auf einem Hügel in der Nähe der atemberaubenden Küstenformationen des Azure-Windows, des Inland-Sea und des Fungus Rocks. Die Einzige Burg auf Gozo ist die Zitadelle der Hauptstadt. Die Hauptstadt Victoria liegt auf einem Hügel im Mittelpunkt der Insel. Sie wurde im frühen Mittelalter erbaut, um die Bewohner Gozos vor Angriffen der Araber und Piraten zu schützen. Denn im Laufe der Geschichte wurde die Bevölkerung Gozos mehrmals von Piraten gefangen genommen und zur Sklaverei verschleppt. Daher gab es bis 1637 auch das Gesetz, dass die Bewohner der umliegenden Dörfer, zu deren Sicherheit, die Nacht in der Zitadelle verbringen mussten. Von Victoria und Umgebung aus kann man bereits den alten Leuchtturm Ta' Gordan erkennen. Der 1853 errichtete Leuchtturm befindet sich 180 Meter über Meereslevel. Die Küstenlinie um Ta' Gordan ist bei Wanderern wegen seiner hervorragenden Sicht über die Insel und das Meer beliebt und geeignet um vielerlei Sehenswürdigkeiten auf Gozo auf einen Schlag zu erkunden.

Das Azure-Window

Die Buchten auf Gozo bestehen aus kleinen Fjorden. In der Xlendi Bay, Marsalforn und der Ramla Bay sind die meisten Touristen anzutreffen. Der abwechslungsreichste und gleichzeitig beeindruckteste Küstenabschnitt auf Gozo dürfte unbestritten noch vor der „Blue Grotto“ auf Malta in der Umgebung Dwejra sein. Dort findet man neben der für sich alleine schon beeindruckenden Klippen der Westküste, das Postkartenmotiv „Azure Window“, den „Inland Sea“ und den „Fungus Rock.“ Diese extrem abwechslungsreiche Küstenformation ist so bemerkenswert, dass sie Teil vieler Europareisen ist. An der Westküste befinden sich übrigens hervorragende Tauchspots. Sogar in unmittelbarer Nähe des Azure-Windows befindet sich eine der Hauptattraktionen unter Wasser, das „Blue-Hole“.

Gozo Blue Hole

Die Hauptstadt Victoria (Rabat) ist die einzigste Stadt Gozos. Sie wurde 1897 zu Ehren der englischen Königin und ihres sechzigjährigen Jubiläums in Victoria umbenannt. Das ursprüngliche Zentrum der Stadt ist die Zitadelle. Die Befestigungsanlage beheimatet heute noch das Gericht und die vier Museen. Dazu zählt das Alte Gefängnis, das Archäologische Museum, das Folklore Museum und das Museum der Naturgeschichte. Außerdem wurden dort der Gouverneurs- und der Bischofspalast errichtet. Victoria ist nicht nur der geographische Mittelpunkt Gozos, sondern auch der des täglichen Lebens. Die engen gewundenen Straßen und der Marktplatz „It-Tokk“, auf dem unter andrem frischer Fisch , Käse und Wein angeboten wird, zeigen den Alltag der Stadt.

Ġgantija-Tempel

Ein kulturhistorisches Highlight und eine absolute Sehenswürdigkeit auf Gozo sind die ältesten freistehende Gebäude der Welt. Die Erbauung des „Ġgantija Tempels“ zum Beispiel führt man bis 5000 vor Christus zurück und somit gehört er zu einen der ältesten Tempel Maltas. Die Wände sind mehrere Meter breit und bis zu 7 Meter hoch. Der größte verbaute Megalith wiegt 50 Tonnen. Die Tempelanlage zählt zu den bedeutsamsten und am besten erhaltenen Kultstätten des gesamten Archipels. Entdeckt wurde das Weltkulturerbe 1826. Außerdem errichteten die Gozianer Windmühlen über die ganze Insel verteilt. Die romantischen Bauwerke aus den letzten Jahrhunderten wurden teilweise als Museen hergerichtet und andere befinden sich immer noch in Betrieb. Das ist Gozo, eine Insel wie ein Bilderband.