Essen in Malta: Ein exotischer Mix

Geografisch gesehen liegt Malta an der Schwelle zu Afrika. Aus europäischer Sicht fällt die Nähe zu Italien deutlich auf, so ist Sizilien gerade einmal rund 80 Kilometer entfernt.

Historisch gesehen darf der britische Bezug nicht vergessen werden, so war Malta bis zum Jahre 1964 Teil der britischen Kolonie. Bei so vielen verschiedenen historischen und kulturellen Einflüssen stellt sich die berechtigte Frage: Wodurch wurde die maltesische Küche geprägt? Welche Kultur hat den entscheidenden Einfluss oder haben die Malteser gar eine ganz eigene Esskultur?


Wodurch wurde die maltesische Küche geprägt?
Vorneweg muss gesagt werden, dass es keinen klaren Sieger gibt, der die maltesische Küche mehr beeinflusst hat, als die anderen. Das Essen in Malta ist durchaus eine abgewandelte italienische Variante, was vermeintlich auch daran liegen mag, dass die Briten nicht unbedingt für ihre sensationelle Kochkunst (respektive Geschmacksnerven) bekannt sind. Daher wurde vermeintlich eine faire Teilung beschlossen, so sind Restaurants sehr oft in italienischer Hand und die zahlreichen Pubs sind dementsprechend britisch oder irisch geprägt. Lediglich beim English-Breakfast durften die Briten ein Wörtchen mitreden, gerade in der Kombinationen mit nächtlichen Ausflügen in Pubs, keine schlechte Idee. Beim Essen in Malta kann also streng genommen nicht wirklich von einer maltesischen Küche gesprochen werden, dafür eher von einer internationalen. So erfolgt die kulinarische Aufteilung der Insel also gemäß dem Motto: Jeder tut das, was er am besten kann.

Pastizi: Liebevoll befüllte Klassiker aus Blätterteig

Wenn über das Essen in Malta gesprochen wird, kann mutmaßlich jeder einstige Inselbesucher über die Pastizzis berichten. Von vielen geliebt und von einigen verachtet, ist dieser Snack typisch für die maltesische Küche und in nahezu jedem Bäckerladen vertreten. Historisch nicht einwandfrei überliefert ist die Frage, ob es einst eine griechische Erfindung war, denn die verblüffende Ähnlichkeit zum Pastizio ist nicht von der Hand zu weisen. Freunden des gepflegten Gaumens und hungrigen Touristen ist diese Frage egal, so besteht der Konsens darin, dass Pastizzis ein wichtiger Teil des Essens in Malta sind. Ein Pastizzi ist ein würziges Gebäck aus Blätterteig, das von Innen gefüllt ist. Gewöhnlich können sämtliche Paletten des Geschmacks bedient werden, besonders beliebt sowohl bei Maltesern, als auch bei Touristen, sind Ricotta- und/oder Pilzfüllungen. Die Form eins Pastizzis ist diamantenartig und die Größe ist vergleichbar mit einem belegten Brötchen in Deutschland. Das sollte jedoch nicht täuschen, denn durch die Füllung sättigt ein Pastizi enorm. Um zwei Pastizi zu verdrücken, ist schon der sogenannte Bärenhunger von Nöten. Hergestellt werden die Pastizzis gewöhnlich in Pizzaöfen oder Holzöfen, viele kleinere Familienbetriebe haben sich auf die Herstellung spezialisiert und beliefern Tag für Tag die kleinen Bäckerläden rund um die Insel. Der Preis für das Essen in Malta ist in der Regel hoch, das Pastizzi bildet hier eine Ausnahme und ist meist für unter einem Euro erschwinglich. Von Blätterteig umhüllte Snacks sind im allgemeinen durchaus ein essentieller Teil der maltesischen Küche.

Timpana: Essen in Malta made in Italy

Timpana ist ein Nudelauflauf, der vielerorts durchaus als lecker bezeichnet werden darf. Eine große Ähnlichkeit in Punkto Geschmack und Aussehen hat es zu Makkaroniaufläufen oder sämtlichen al forno Gerichten, sowie der allseits beliebten Lasagne. Bestehend aus Tomatensoße, Hackfleisch & Bacon, den Makkaroni und dem essentiellen Parmesan gibt es wohl kein Geschäft, das dieses Gericht nicht vertreibt. Timpanas unterstreichen den maßgebliche Einfluss der italienischen Küche auf das Essen in Malta und sind – ähnliche wie die Pastizzis – für kleines Geld erschwinglich.

Wenn es eher ein Snack sein soll, ist die maltesische Wurst zu empfehlen. Eine ganz besondere ist Zalzett, eine herbe Wurst mit einer Note Koriander. Zalzett ist untypischerweise nicht international, sondern tausendprozentiges Alleinstellungsmerkmal der maltesischen Küche. Bruschetta ähnlich, aber maltesisch verfeinert ist das leichte Hobs-biz-Zejt. Dies ist ein knuspriges und großzügig geschnittenes maltesisches Brot, das von saftigen Tomaten eingerieben wird und gefüllt ist mit Gbjeniet (Schafskäse), Zwiebeln, Anchovis und Minze.

Lampuki – der Nationalfisch in Malta

Fisch genießt auf Malta einen hohen Stellenwert und die Gründe hierfür sind vielfältig. So ist die geografische Lage der Mittelmeerinsel wohl der Hauptgrund, denn Malta ist ein Importland und daher ist der Fleischimport schwieriger zu bewerkstelligen, als den frischen Fisch aus dem Mittelmeer zu fangen. Die zahlreichen Fischer fangen verschiedene Arten, einer davon ist der, für die maltesische Küche typische, Lampuki. Der Nationalfisch ist ein makrelenähnlicher Fisch, der in vielen Variationen zubereitet werden kann. Er kann gegrillt, gekocht oder auch gebraten werden, aber auch als Auflauf ist er sehr beliebt. Üblicherweise wird er mit verschiedenen Gemüsearten serviert, beispielsweise mit Artischocken.

Desserts – die krönenden und exotischen Nachspeisen in Malta

Süß und exotisch wie die gesamte Insel sind auch die Desserts und Gebäcke. Diese werden nicht nur nach dem Essen verspeist, sondern auch als netter Zwischengang. Die Malteser mögen es definitiv süß. Die Zutaten mögen überraschend sein, durch Ihren tollen Geschmack sollte man sich aber keinesfalls abschrecken lassen. So trifft Ricotta beispielsweise Honig und Nüsse oder auch kandierte Früchte. Sehr empfehlenswert sind zum Beispiel Kannoli, in dem getrocknete Früchte mit Nüssen und süßem Ricotta gemixt werden. Wer eher auf Pudding steht, kann seinen Horizont durch einen Pudding, der mit Brot verfeinert wird, erweitern. Der sogenannte Pudina tal-hobz ist hier zu empfehlen – besonders mit Orangen- oder Johannisbeersirup.

Oftmals begegnet man auch frittierten Speisen in der maltesischen Küche, etwa frittierten Teigbällchen, die in verschiedensten Variationen mit süßen Ricotta gefüllt werden und beispielsweise mit Honig verziert werden. Beliebt ist auch das Cassata, in dem süßes Ricotta in einer Biskuitform mit Marzipan ummantelt wird. Speziell zu den Feiertagen wird entweder an Ostern Figolli serviert, figurähnliche Gebäcke mit Mandelfüllung. Zum Weihnachtsfest gibt es dann Qaghaq tal-Ghasel, süßliche Honigringe. Schlemmermäuler kommen beim Essen in Malta definitiv auf ihre Kosten.

Kaninchen sind das Highlight der maltesischen Küche

Eine Spezialität Maltas ist das Kaninchen. Oftmals wird der Hase mit intensiven Knoblauch Zutaten angereichert und gebraten. Ebenso beliebt sind schwarze Oliven oder (Rot-)Weinsaucen. Der Fenek (Hase) in Rotwein-Knoblausauce ist wohl das bekannteste Kaninchengericht der Insel. Ob geschmort oder gebraten, das zarte Fleisch ist definitiv zu empfehlen. Exotisch wird das ganze oftmals durch Thymian und Zimt. Das Essen von Kaninchen ist in Malta relativ günstig, da es eine maltesische Spezialität ist und in fast jedem typischen Restaurant der maltesischen Küche vertreten ist. Besonders fernab der touristischen Orte ist es preiswert und köstlich.

Flüssige Begleiter: Bier und Wein in Malta
In der Sonne gereift und oftmals fruchtig und frisch: So präsentiert sich häufig der köstliche maltesische (Weiß-)Wein. Insbesondere der hier angebaute Wein kann sich mit der international importierten Konkurrenz messen. Ob ein Sauvignion Blanc, ein Chardonnay oder Merlot – sowohl Weiß- als auch Rotweine werden hier erfolgreich angebaut, meist in Feldern und weniger in Bergen. Besonders empfehlenswert ist ein jeder Weißwein, der aus den Syrah Trauben produziert wurde. Speziell in Gozo finden sich süßere Weißweine, als in Malta. Generell gibt es eine große, geschmackliche Differenz zwischen der kleinen Nachbarinsel und Malta. Der Marsovin Maronisi ist unter Weinkennern der wohl beliebteste Wein der Region. Der maltesische Rotwein ist meistens stark und sehr trocken.

In jedem Fall sind die Weine ein idealer Begleiter für Gerichte der maltesischen Küche.

Das globale Nationalgetränk einer jeden Nation ist Bier, so auch in Malta. Neben zahlreichen Importen gibt es auch eine eigene Brauerei, die ein hervorragendes Lager produziert, das den Namen Cisk trägt. Von der Brauerei Simods Fraks produziert, ist es das Bier Nummer 1 in Malta. Es ist nicht herb, wenn dann ein wenig säuerlich und ist sehr leicht verträglich. Meistens wird es in Dosen oder klassischen Pints serviert. Man kann es jedoch auch in einigen Pubs aus dem Zapfhahn bekommen.

Alles in allem ist Malta ein durchaus vielseitiges, kulinarisches Land, welches durch viele Einflüsse aus anderen Ländern geprägt wurde.